Wichtig vorweg: VaseGen ist höchst experimentell. Es gibt keine Garantie für korrekte oder druckbare Ergebnisse. Wer den erzeugten G-Code nutzt, tut das auf eigene Gefahr — inklusive möglicher Beschädigung am Drucker, am Bett, an der Düse oder an Personen in der Nähe der Maschine. Bitte immer in einem Slicer oder Editor prüfen, Simulation nutzen, wo verfügbar, und mit vorsichtigen Druckeinstellungen testen.
Mit dem Formalitäten-Block aus dem Weg: Ich habe ein kleines Tool auf die Seite gestellt, weil ich die Idee selbst ausprobieren wollte und dokumentieren mag, wie weit man kommt, ohne klassischen Slicer und ohne STL — nur mit einem parametrisierten Toolpath.
Was VaseGen macht
VaseGen erzeugt einen spiralförmigen Werkzeugweg für eine Maschen-Optik: pro Umlauf wechselt die radiale Modulation, sodass sich die „Drähte“ kreuzen. Die Geometrie entsteht rein aus Parametern (Radius, Höhe, Wellenform, Maschenweite usw.); der Output ist direkt G-Code mit Extrusion — kein Mesh, kein Slicing im üblichen Sinne.
Im Browser steckt eine Three.js-Vorschau des Pfads, daneben lassen sich Temperatur, Geschwindigkeit, Düse und ein paar Start-Profile (z. B. generisches Marlin, Prusa, Bambu, Ender) einstellen. Den G-Code kannst du herunterladen und wie gewohnt an den Drucker geben — nach der Prüfung, die du dir selbst schuldig bist (siehe oben).
Position auf dem Bett: Viele Drucker haben den Koordinatenursprung in der vorderen linken Ecke des Heizbetts; ein Modell um (0,0) würde sonst zur Hälfte ins Negative ragen. Deshalb kannst du die Vase-Mitte in X/Y setzen; Standard ist 125 / 125 mm, passend zur Mitte eines 250×250 mm-Betts. Über Bettbreite/-tiefe und „Vase auf Bettmitte setzen“ lässt sich das schnell an andere Bettgrößen anpassen.
Warum „experimentell“?
- Die Extrusionslogik ist ein Modell — kein Ersatz für einen erprobten Slicer.
- Firmware, Beschleunigung, Jerk, Linear Advance, Druckbreite und echte Materialschmelze werden nicht vollständig abgebildet.
- Start- und End-G-Code sind vereinfacht; für deinen konkreten Drucker kann das falsch oder unzureichend sein.
- Ich teste das Tool nicht auf jeder Maschine; du bist für den ersten und jeden weiteren Druck verantwortlich.
Wenn du nur neugierig bist: Schau dir die Vorschau an, spiel mit den Parametern, lade G-Code herunter und lies ihn in Ruhe durch — bevor die Düse sich bewegt.
Fazit
VaseGen ist ein Spielplatz und Prototyp, kein Produkt. Wer mitmachen will, sollte vorsichtig bleiben, klein anfangen und überwachen, was der Drucker tut. Feedback und Ideen sind willkommen; ob und wie sich das Tool weiterentwickelt, steht in den Sternen.
Direkt zum Tool: gundel.dev/tools/vasegen